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Verkehrsreport
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aus der Fachliteratur, der Tages-,
Wochen- und Monats-Presse zitiert.
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Die Reform der ÖBB -
Chaos zum Quadrat
Dass ein Grossbetrieb wie die Bahn
von Zeit zu Zeit
eine Anpassung seiner Firmenstruktur an geänderte Umfeldbedingungen
vorzunehmen hat, ist eine unternehmerische Notwendigkeit. Gleiches gilt für
den dienst- und personalrechtlichen Bereich. Außer Diskussion muss
dabei aber stehen, dass derartige Veränderungen eine grundsätzliche
Verbesserung der Unternehmenssituation zur Folge haben müssen.
Unverantwortlich und erschütternd ist allerdings, was derzeit in diesem
Zusammenhang, aus politischer Taktik, von einigen
Regierungsmitgliedern inszeniert wird. Man schreckt dabei auch nicht
zurück, durch frankierende Propagandaaktionen einen ganzen Berufsstand vor
der Öffentlichkeit medial hinzurichten und die Eisenbahner als die
Sozialparasiten des Landes darzustellen. Dass es in einem Betrieb
mit fast 50 000 Bediensteten negative Einzelfälle gibt, beschränkt sich
nicht nur auf die ÖBB, und dass dienstrechtliche Anachronismen
beseitigt gehören, ist unbestritten.
Leider werden aber unter dem
Schlagwort der
sogenannten „Privilegien der Eisenbahner“ auch Halb- oder Unwahrheiten
verbreitet. Darüber hinaus wird kein Wort darüber verloren, dass
gleichartige „Privilegien“ auch bei den Beamten in Bund, Ländern und
Gemeinden anzutreffen sind. Desgleichen wird vergessen zu
erwähnen, dass mit diesen Privilegien aber auch zahlreiche Nachteile etwa
gegenüber ASVG-Versicherten verbunden sind (zum Beispiel kleinere
Anfangsgehälter, keine Abfertigung, wesentlich höhere
Sozialversicherungs- und Pensionsbeiträge, Pensionssicherungsabzüge, und
so weiter). Gestützt wird diese politische Kampagne zur
generellen Abqualifizierung der Eisenbahner, aber auch der Bahn als
Verkehrsmittel, durch „klassische“ populistische Meinungsbeeinflussung.
So etwa wenn dem Volk kundgetan wird, dass die ÖBB mit 4,1
Milliarden Euro verschuldet sind und dadurch jeder Österreicher mit 580 Euro
pro Jahr belastet wird, egal ob er mit der Bahn fährt oder
nicht. Kein Wort allerdings darüber, dass jeder Österreicher 1050 Euro
im Jahr für den Strassenbau zu zahlen hat, auch wenn er
kein Auto besitzt.
Nach Aussagen des Finanzministers
beträgt der
derzeitige Schuldenstand der ÖBB anqeblich 4,1 Milliarden Euro, Abgesehen
davon, dass dem Finanzminister sogar vom Koalitionspartner
nachgewiesen wurde, dass er mit falschen Zahlen jongliert hat
und die Bundesverschuldung der ÖBB tatsächlich nur 2,8 Milliarden
beträgt, müsste zur Relativierung der von (Finanz-) Minister Grasser
genannten 4,1 Milliarden gesagt werden, dass davon nur 1,3
Milliarden Bundesbeitrag sind, denn 1,1 Milliarden entfallen auf
Infrastrukturinvestitionen (Neubaustrecken), sowie 0,6 Milliarden auf
gemeinwirtschaftliche Leistungen (Schülerfreifahrten) und 1,1 Milliarden
auf Pensionsbeiträge.
Völlig unglaubwürdig werden jedoch
Politiker, wenn sie
Pensionen von Eisenbahnern anprangern, von denen viele nur um 1500 Euro
im Monat erhalten, oder die Nachtdienstzulage von 4 Euro als „Privileg“
bezeichnen, selbst aber, wie etwa der Vorreiter im Kampf gegen
die „Privilegien“, der Staatssekretär Kukacka, einen
Pensionsanspruch (laut News) in Höhe von
13.172,40 Euro im Monat
haben, oder von der Regierung eingesetzte Manager bei der ÖIAG,
die Jahreseinkünfte von 684.869 Euro einstreifen.
Die keineswegs unnötige
Umorganisation der
ÖBB müsste allerdings von völlig anderen Grundsätzen ausgehen als jene
scheinbare Reform, die derzeit ausgearbeitet wird. Die Bahn ist ein
öffentliches Dienstleistungsunternehmen mit gemeinnützigen Aufgaben.
Das Ziel ist, möglichst viele Menschen, zu erschwinglichen Preisen,
bei möglichst hoher Qualität und Sicherheit mit Mobilität zu
versorgen. Die ÖBB müssen bei Erfüllung dieser Aufgabe keinen Gewinn
machen, noch ist der in der Diskussion um die ÖBB von Kukacka
angedrohte Konkurs (,ich werde das Schicksal des „Konsum“ abwenden')
relevant. Ein öffentliches Versorgungsunternehmen kann nie kostendeckend
sein. Die Konkursdrohung wurde auch noch nie bei Feuerwehr,
Bundesheer, Krankenhäusern und so weiter in den Raum gestellt. Wenn
Kukacka behauptet, dass 12.000 Eisenbahner überzählig sind, sollte
niemand ernstlich glauben, dass die Bahn mit
35.000
Beschäftigten den selben Aufgaben zufriedenstellend nachkommen kann wie
mit 4747.000.
Wohin dieser Weg des Gesundschrumpfens" führt, zeigen Beispiele in England.
Verfallende Infrastruktur, Häufung von Unfällen, mangelnde Beförderungsqualität,
unpünktliche
Verkehrsabwicklung, zersplitterte Fahrpläne, steigende Tarife sind die Folge. Es müsste Warnung genug sein, dass
sich derartige
Anzeichen auch schon bei den ÖBB in erschreckendem Masse zeigen und alle bisher in diese Richtung vorgenommenen „Reformen“ verbunden mit
Personalreduktion fast immer nur Nachteile für den Bahnkunden und
Serviceverschlechterungen zur Folge haben (siehe dazu unsere laufende
Berichterstattung über sich vermehrende Missstände).
Unter dem Schlagwort „für den
Wettbewerb fit
machen“ sollen die ÖBB nunmehr reformiert werden. Was derzeit
darüber bekannt ist, zeigt jedoch, dass diese Reform eine völlig neue Unternehmensstruktur zu Folge haben wird.
Ob dies allerdings zu
einer Verbesserung des Mobilitätsangebotes an die Bevölkerung
beitragen wird, ist anzuzweifeln. Vielmehr zeigen sich ganz
deutliche Hinweise darauf, dass diese Reform ein anderes politisches
Ziel verfolgt, nämlich die Zerlegung des einheitlichen Unternehmens
ÖBB und die Herauslösung lukrativer Einzelbereiche zwecks Teil- oder
Totalprivatisierung (siehe Oberbauerhaltung, Abgabe eines Teils der
aufgekauften Postbusse an Private). Gleichzeitig damit erfolgt die
Schaffung lukrativer Führungspositionen für regierungsnahe Personen
in den neu zu gründenden Holding-Aktiengesellschaften mit jeweils
eigenständiger Führungsstruktur und zuletzt wohl auch die
Zerschlagung der „Phalanx der roten Eisenbahner“.
Unbestritten ist, dass der von der
ÖVP ins „blaue" BMVIT (Verkehrsministerium) als Staatssekretär
eingeschleuste Kukacka ein politisches Kernziel der ÖVP zu exekutieren hat und dabei keineswegs an eine Weichenstellung
im Sinne einer Stärkung der ÖBB, sondern viel eher an deren
Filetierung und Privatisierung gedacht ist. Dieser Plan soll nunmehr mit
Nachdruck durchgepeitscht werden.
Am 11. August 2003 legte Kukacka
einen
Gesetzesentwurf „Änderung des Bundesbahngesetzes 1992“ vor. Dieser
Gesetzesentwurf ist nach Ansicht von Fachleuten schlicht eine Katastrophe. Abgesehen davon, dass darin zahlreiche
Rechtschreibfehler vorkommen, sind nach Ansicht von Juristen Passagen
enthalten, die einer Anfechtung vor Oberstgerichten nicht standhalten
würden. Als wesentlichster Fehler wurden für alle als ÖBB-Reform
bezeichneten Änderungen keinerlei Wirtschaftlichkeitsberechungen
angestellt. Diesen Gesetzesentwurf wollte Kukacka noch im August zur
Begutachtung aussenden und anschließend im Parlament per
Initiativantrag rasch exekutieren, damit das Gesetz schon per 1. Jänner 2004 Geltung erlangt. Dies war allerdings
sogar dem zuvor eher
lahm agierenden BMVIT Gorbach zu arg. Er fürchtet, dass bei
den bevorstehenden Landtagswahlen in Kärnten viele Eisenbahner, die
bei der letzten Wahl FPÖ wählten, dieser nunmehr aus Protest die
„rote Karte“ zeigen, erklärte die Angelegenheit zur Chefsache,
verfügte die vorläufige Zurückstellung der Aussendung zur
Begutachtung und verlangte, dass über ein neues Bundesbahngesetz
weiter verhandelt werden müsse.
In der Folge fanden Verhandlungen
statt, und der
Entwurf des Gesetzes wurde praktisch im Stundentakt geändert. In
weicher Form und wann das Gesetz jetzt wirklich zur Begutachtung
ausgeschickt wird, war lange Zeit nicht bekannt, denn es kam zu tief
greifenden Meinungsunterschieden zwischen dem BMVIT (Verkehrsminister
Gorbach) und seinem Staatssekretär, die vorerst nicht bereinigt
werden konnten. Weitere Tiefschläge erhielt Gorbach auch durch
seinen Ministerkollegen Grasser. Am 13. September ließ der Finanzminister
aus einem „Ort unter Palmen“ per ORF dem BMVIT (Verkehrsminister)
ausrichten, dass die ÖBB künftig jährlich eine Milliarde Euro weniger
erhalten würden. Gorbach reagierte sehr verärgert und teilte
Grasser - ebenfalls per ORF - mit, er möge besser schweigen und sich
nicht in seine Verhandlungstätigkeit einmischen. Höhepunkt
dieses Schlagabtausches und typisch für die Kampagne gegen die ÖBB war jedoch, als sich herausstellte, dass (Finanzminister) Grasser
noch
dazu mit falschen Zahlen operiert hat und der von ihm genannte, in
den Medien kolportierte Schuldenstand der Bahn nicht 4,1 sondern nur
2,8 Milliarden Euro beträgt, wobei in dieser Summe auch noch Aufwände enthalten sind (Bahnneubauten, gemeinwirtschaftliche Leistungen,
Pensionen), die dem Unternehmen ÖBB nicht als Schulden -
angelastet werden können. Eine nobelpreisverdächtige Spitzenaussage kam
dann noch von Kukacka, der meinte, die ÖBB möge die
Kürzung um eine Milliarde Euro durch eine Anleihe am freien Markt
ausgleichen.

Der am 2. Oktober 2003 dann doch
zur Begutachtung ausgeschickte Gesetzesentwurf sieht die Schaffung von
eigenständigen Unternehmen als Aktiengesellschaften unter dem Dach einer
Holding vor. Die Zielstruktur der ÖBB ist aus dem Organigramm ersichtlich.
Technische Services und Traktion werden GmbH-Töchter der PV und GV AG.
Offen sind bei dieser Organisationsform viele Fragen. Vor allem wurde nicht
geklärt, wem der Verschub zugeordnet wird. Unbeschadet davon soll dieser
auf ein Minimum geschrumpft werden.
Offen ist auch die Finanzierung
der „Personalmanagement GmbH“
(neuerdings "Dienstleistungs-GmbH" genannt), für die keinerlei Kapitaldeckung vorhanden
ist und in die 5000
Bedienstete ausgelagert werden sollen. Angeblich soll dafür über Verlangen
des Finanzministers „Familiensilber“ (Kraftwerke, Immobilien)
veräußert werden.
Was die ÖBB im derzeitigen
wirtschaftlichen Umfeld wirklich benötigen würden, ist keine
Unternehmensfiletierung, sondern eine möglichst schlanke zentralistische
Unternehmens- und Führungsstruktur, wobei politische
Überlegungen überhaupt keine Rolle spielen dürften. Die Führung des Unternehmens
müsste mit anerkannten Fachleuten besetzt sein, die vor allem auch
Durchgriffsrecht auf alle Unternehmensbereiche haben und auch die berüchtigte
zweite Ebene in den Griff bekommen, die sinnvolle Fahrzeugbeschaffungen
vornehmen, sowie den Streckenausbau nach Notwendigkeiten und nicht nach
politischen Einflüssen planen. Oberstes Unternehmensziel müsste dabei
immer die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung mit Mobilität sein. Im
Vordergrund sollte dabei nicht die Zahl der Beschäftigten, sondern deren
tatsächlicher Bedarf und effizienter Einsatz zur zufriedenstellenden Erfüllung
der Aufgaben der Bahn stehen. Bei dieser Tätigkeit müsste sie die volle
Unterstützung des Gesetzgebers mit entsprechenden flankierenden
logistischen Maßnahmen bekommen. Die in diesem Zusammenhang immer wieder
vorgebrachten Vorbildhinweise auf die Schweiz dürfen sich allerdings nicht
nur auf die Personalebene beschränken, sondern müssten auch das gesamte
Umfeld erfassen.
So wird etwa nicht davon gesprochen, dass in der Schweiz das Road Pricing
als Lenkungsinstrument in gänzlich anderer Form gehandhabt wird als in Österreich
und daraus lukrierte Gelder nicht nur zum Ausbau der Autobahnen, sondern
auch zum Ausbau des Schienenverkehrs verwendet werden. All dies ist bei der
jetzt geplanten ÖBB-Reform nicht zu erkennen.
Es ist daher zu befürchten, dass eine Regierungspartei ein politisches Ziel
erreicht, für die ÖBB und den Bahnkunden sich aber nichts, jedenfalls
nichts zum besseren wenden wird.
(Alfred
Horn in der Fachzeitschrift „EISENBAHN Österreich“
Nr. 11/2003)
Eine Milliarde Euro weniger für
die ÖBB
Bei der Eisenbahn ist rigides Sparen
angesagt. So verkündete Finanzminister Grasser am 13. September, dass die
ÖBB hinkünftig eine Milliarde Euro jährlich weniger staatliche Zuschüsse
erhalten werden und kündigte weiter an, dass die ÖBB durch drastische
Personalreduzierung zusätzliche Sparleistungen erbringen müssen. Über
Einsparungen und Personalreduzierung kann man diskutieren. Klar ist aber,
dass eine Milliarde Euro weniger und viel weniger Personal (12 000
Bedienstete), keineswegs zu einer Qualitätsverbesserung des Angebotes der
ÖBB führen kann, sondern sich die schon jetzt merkbaren Kaputtspareffekte
noch vertiefen werden.
Eigenartig
dabei ist, dass die ÖBB die Einsparungen vor allem auf der Aufwandsseite
vornehmen müssen (Bahnerhaltung), hingegen die Investitionen in
Neubauprojekte verschont werden sollen. Hier drängt sich der Verdacht auf,
dass aus politischen Gründen die ÖBB eingebremst, die großen Baufirmen,
als der Regierung nahestehende Lobby, jedoch keineswegs verärgert werden dürfen.
Verkehrspolitisch nachvollziehbar ist dabei vieles nicht. Teure Großbauvorhaben,
bei denen sehr viel Geld eingespart werden könnte, werden ohne betrieblich
erforderliche Notwendigkeit und teilweise mit beträchtlichem Aufwand
gebaut, Bagatelleprojekte hingegen, die hohen betrieblichen und damit auch
wirtschaftlichen Nutzen bringen würden, bleiben unrealisiert.
Zu ersteren zählt etwa der
viergleisige Ausbau der Inntalstrecke, der ohne Brenner-Basistunnel
betrieblich absolut sinnlos ist und durch die technisch nicht
notwendige, jedoch durch
die technisch nicht notwendige, jedoch politisch erzwungene weitgehende
Tunnelführung gigantisch teuer wird. Solange für den Brennertunnel nicht
der Spatenstich erfolgt, und danach sieht es wahrlich noch lange nicht aus,
sollte im Inntal kein Meter Gleis neu gebaut werden. Am
viergleisigen
Streckenausbau im Inntal wird hinaeaen bereits mit Nachdruck gearbeitet. Mit
einem Baustopp, der keinerlei betrieblich nachteilige Folgen hätte, könnte
eine Milliarde jährlich locker eingespart werden. Selbst bei Baubeginn für
den Basistunnel stünde noch ein jahrelanger Zeitüberschuss für einen dann
allenfalls erforderlichen Ausbau auf vier Gleise zur Verfügung.
Gleiches gilt für die Koralmbahn. Auch in diesem Fall wird viel Geld
betrieblich weitgehend sinnlos verbaut, denn die Koralmbahn t nur im
Zusammenhang mit dem Semmering-Basistunnel Sinn, und für diesen ist ebenfalls kein Baubeginn in Sicht.
Verdankte man die Baukosten von
97,3 Millionen Euro für die
„Hochleistungsbahn“
Pamdorf - Kittsee der Verbrüderungsaktion eines roten Wiener
Politikers mit dem seinerzeitigen slowakischen Ministerpräsidenten,
folgt offensichtlich jetzt eine gleichartige schwarze Gegenaktion.
Nach einem Besuch des niederösterreichischen Landeshauptmannes
Pröll bei slowakischen Kollegen in Pressburg verkündete Pröll, dass
nunmehr die Strecke Stadlau - Marchegg - Pressburg zu einer
europäischen Hochleistungsbahn ausgebaut wird. Es genügt
offensichtlich nicht, dass die neue Bahn Pamdorf - Kittsee das
Dasein einer besseren Nebenbahn fristet ohne Perspektiven auf Verbesserung. Jetzt muss auch noch Stadlau - Marchegg
zweigleisig ausgebaut und
elektrifiziert werden. Man hätte sich das Geld für Pamdorf Kittsee und
jetzt den Ausbau Stadlau Marchegg ersparen können, wenn man die 19 km
lange Strecke Gänserndorf - Marchegg elektrifiziert und die fünf Kilometer
von Wolfsthal bis Petrzalka der S7 gebaut hätte! Der betriebliche
Nutzen wäre mindestens gleich hoch, die Kosten hingegen massiv niedriger
gewesen.
Um den betrieblich wichtigen
Eisenbahnring um
Wien zu schließen, wird jetzt endlich die im Krieg zerstörte
Freudenauer Hafenbrücke reaktiviert. Ein Kleinprojekt wird zu einem kostspieligen Vorhaben aufgeblasen, der damit mögliche beträchtliche
betriebliche Nutzen hingegen unverständlicherweise zur Bedeutungslosigkeit
reduziert. Die zweiteilige Brücke im Verlauf der Donauuferländebahn überspannt zwischen dem Praterkai und dem
Bahnhof Klein Schwechat
am sogenannten Praterspitz den Donaukanal und die Einfahrt zum
Winterhafen. Obwohl für diese eingleisige Brücke ein schlichtes
Spannbetontragwerk genügt hätte, wurde für ihren Bau ein
Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Das Siegerprojekt, das zum Bau
gelangen wird, sieht ein futuristisch gestyltes Monsterbauwerk vor.
Begründet wird dies damit, dass sich die Brücke harmonisch in die
Praterlandschaft einfügen müsse. Von Prater und Landschaft ist hier, knapp
hinter der stinkenden Wiener Fäkal-Großkläranlage, nichts zu
bemerken. In der Bevölkerung gilt diese Gegend als „der Arsch von
Wien“.
Nicht gebaut wird in diesem
Zusammenhang allerdings die dem Bahnhof Klein Schwechat nahegelegene zirka
300 m lange Ostschleife Kledering. Nur mit dieser, durch freie Felder
führenden Verbindungsschleife zur Ostbahn in Richtung Bruck an der Leitha,
deren Baukosten vermutlich nicht viel höher als der Aufwand für den
Architektenwettbewerb und die damit verbundenen Mehrkosten für die Brücke
gewesen wären, ergibt die Hafenbrücke Sinn, weil ohne diese Schleife der
Ring um Wien nicht geschlossen ist. Umleitungszüge um Wien (wie die RoLa)
müssten daher in Zentralverschiebebahnhof stürzen!
Lange geplant und dennoch noch
immer nicht gebaut ist die betrieblich wichtige Schleifenlösung für
Ebenfurth. Die gut brauchbare kleine (und billige!) Lösung wird immer
wieder verzögert, dafür an einer Monsterschleife Wampersdorf - Müllendorf,
die für die Bevölkerung des betroffenen Gebietes nur Nachteile brächte,
munter weiter geplant.
Zweifelsohne verdient an den hier
angeführten Großbauvorhaben die Bauwirtschaft sehr gut.
Für die ÖBB sind diese Bauten zur
Verbesserung der Betriebsabwicklung weitgehend unbedeutend. Offensichtlich
ist aber nicht gefragt, was für die Bahn, sondern was politisch wichtig
ist. Es wäre wahrlich besser, wenn der Finanzminister bei derartigen
Prestigebauten den Sparstift ansetzen würde, anstatt durch Kürzungen des
Aufwandes die Qualität des Betriebes zu beeinträchtigen, was wiederum die
Benützer der Bahn trifft.
(Alfred
Horn in der Fachzeitschrift „EISENBAHN Österreich“
Nr. 11/2003)
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Debakel der
österreichischen
Verkehrspolitik
Mit dem im Februar 2003 gefassten
Beschluss der praktisch unbeschränkten Freigabe des
LKW-Transitverkehrs durch Österreich haben die Verkehrsgremien der EU in
Brüssel der Vorgehensweise der österreichischen Bundesregierung in dieser
Angelegenheit eine eindrucksvolle Absage erteilt. Gleichzeitig war
dies aber auch eine Bestätigung für das jämmerliche Versagen der
österreichischen Verkehrspolitik in den letzten Jahren, verursacht durch
eine die Frächterlobby und den LKW-Verkehr hemmungslos unterstützende
Politik der ÖVP und durch unfähige oder zumindest taktisch unklug
vorgehende Verkehrspolitiker der anderen Parteien. Falsche Prioritäten,
Taktieren, Lavieren, Tricksen und Nichtstun haben letztendlich zu diesem
Debakel geführt.
Im Vordergrund aller Verhandlungen
standen immer nur
der Transitverkehr, die Frage der so genannten Ökopunkte und der
Einsatz schadstoffarmer LKW. Keine Frage, dass der
LKW-Transitverkehr eingedämmt werden muss, allerdings beträgt er
am gesamten Güterverkehrsaufkommen der Strasse nur
13 Prozent. Von der Eindämmung der "restlichen" 87
Prozent des nationalen LKW-Verkehrs, der in noch viel stärkerem Masse
zum Ausufern des LKW-Verkehrs beitrug, wird wenig bis nicht
gesprochen. Auch in Sachen schadstoffarme LKW wurden eindeutig
falsche Wege beschnitten, die schließlich zur jetzigen
Entscheidung der EU maßgeblich beigetragen haben. Die angestrebte
Erneuerung des Frächter-Fuhrparks auf so genannte "schadstoffarme" LKW hätte
vielleicht zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes geführt, wenn diese
Umflottung im Verhältnis 1:1 erfolgt wäre. Die Aufhebung
jeglicher Limitierung beim Einsatz schadstoffarmer LKW trägt jedoch zur
massiven Zunahme der Fahrten mit solchen Fahrzeugen und damit nicht
zur Verminderung, sondern sogar zur Vermehrung des Schadstoffausstoßes bei,
denn auch "schadstoffarme" LKW in entsprechend hoher Stückzahl sind
keineswegs umweltfreundlich. Hinzu kommt nämlich noch, dass immer
nur über den "Schadstoffausstoß" (des Motors) gesprochen wird, von
anderen Umweltschäden durch den LKW-Verkehr, etwa Lärm, Staub,
Gummiabrieb und potentielle Erhöhung der Unfälle, wird überhaupt
nicht geredet.
Die immer wieder hochgespielte
Frage der
Ökopunkte und
des Einsatzes schadstoffarmer LKW im Transitverkehr ist allerdings
zweitrangig. An vorderster Stelle aller Überlegungen dürften keine
Randfragen stehen, sondern müssten das grundsätzliche Bestreben nach
einer zahlenmäßigen Beschränkung jeder Art von LKW und
wirkungsvolle Maßnahmen für eine Verkehrsumlenkung von
der Strasse auf die Schiene stehen. In diesem
Zusammenhang immer wieder vorgebrachte Argumente, dass die Schiene den
entstehenden Zusatzverkehr nicht bewältigen könnte, sind schlicht
falsch. Nur unter Nutzung der vorhandenen freien Kapazitäten und
ohne wesentliche Ausbaumaßnahmen könnten schon jetzt zwischen 10 und 20
Prozent des Straßenverkehrs auf die Schiene zurückverlagert werden.
Es muss dazu aber auch gesagt
werden, dass
für
eine derartige Verkehrsumlenkung
das Wollen sowohl
der
Verkehrspolitiker als
auch der Bahnen erforderlich wäre, denn es
ist durchaus kein Geheimnis, dass die ÖBB eine weitgehende
Liquitation des Verschubbetriebes anstreben, am liebsten nur noch
Ganzzüge führen möchten und alles andere als Interesse am
Anschlußbahn-Einzelwagenladungsverkehr zeigen.
Wie eine Verlagerung des
Verkehrs von der
Strasse auf die Schiene
möglich ist, zeigen
andere Staaten, etwa die Schweiz - und dies durchaus
erfolgreich. Mit dem Road Pricing, einer Art von
Bemautung des LKW-Schwerverkehrs, ist eine Verkehrsverlagerung möglich, wenn
man dieses System entsprechend wirkungsvoll anlegt.
Leider zeigt sich auch hierbei, dass in Österreich offensichtlich von
jenen, die dies in der Hand hätten, keine wirkungsvolle Verkehrsumlenkung
gewünscht ist. Die endlose, jämmerliche Geschichte der
Einführung des Road Pricing beweist dies eindrucksvoll.
Nach jahrelanger
Verzögerungstaktik und
endlosem Systemstreit soll nunmehr - angeblich ab 2004 - endlich auch in
Österreich eine Form des Road Pricing für LKW eingeführt werden, Das
erklärte Ziel bei der geplanten Bemautung des LKW-Verkehrs ist allerdings
ausschließlich die Geldbeschaffung für den weiteren Ausbau der Autobahnen.
Ein verkehrspolitischer Lenkungseffekt des Schwerverkehrs von der
Strasse zur Schiene wird dadurch kaum herbeigeführt und ist
angesichts der Gestaltung des Road Pricing in Österreich
offensichtlich auch gar nicht gewollt. Allein schon dadurch
unterscheidet sich Österreich wesentlich von anderen Ländern, etwa der
Schweiz, wo Road Pricing für LKW schon längst eingeführt ist,
aber ganz andere Zielsetzungen verfolgt.
Nach endlosem Anbieterstreit
entschieden sich die
österreichischen Politiker für ein italienisches System der Bemautung, das
auf Funkbasis arbeitet. Warum diese Wahl getroffen wurde, ist nicht
klar;- es gab nämlich noch andere Anbieter, etwa Siemens, mit
wesentlich moderneren Systemen. Tatsache ist, dass das Funksystem
zur Mauteinhebung eine Vielzahl großer örtlicher Bauvorhaben erfordert und
sich dennoch nur auf bestimmte Autobahnabschnitte beschränkt,
darüber hinaus nicht flächendeckend und noch dazu inkompatibel zu
anderen Systemen, etwa jenem in Deutschland, ist. Allein schon die
Tatsache, dass nicht einmal alle Autobahnen vollständig erfasst
werden, hätte dieses System ausschließen müssen. Vermutlich war aber
gerade das einer der Hauptgründe für die Systemwahl. Die politischen
Paten der Frächterlobby konnten die Einführung des Road Pricing zwar
jahrelang verzögern, letztendlich jedoch nicht verhindern, aber dafür
sorgen, dass es möglichst frächterfreundlich wurde. Das gewählte
System schützt nämlich die Frächterlobby auch bei politischen
Veränderungen oder einem Umdenken in dieser Angelegenheit durch
die technischen Parameter für alle Zeit vor einer allfälligen
Ausweitung des Road Pricing auf andere größere Bemautungsbereiche.
In Deutschland
wird ab August 2003 ebenfalls Road Pricing für LKW eingeführt,
das sich von jenem in Österreich grundsätzlich
unterscheidet. Das zum Einsatz kommende System Toll Collect
basiert auf einer Kombination von Mobilfunktechnik und GPS (Global
Positioning System). Dieses satellitengesteuerte System, das von einem
Konsortium aus Deutscher Telekom, Daimler-Chrysler und dem
französischen Autobahnbetreiber Cofiroute angeboten wird, ist eines
der weltweit modernsten und intelligentesten Systeme zur Einhebung von
Straßenmaut und rechnet kilometergenau ab. Gleichfalls
kilometergenau rechnet das satellitengesteuerte Road Pricing der Schweiz
ab. Diese Systeme bedürfen keiner teuren örtlichen Anlagen,
sondern rechnen jeden gebührenpflichtigen Abschnitt über ein am LKW
angebrachtes Ortungsgerät ab. Das deutsche Verkehrsministerium rechnet
mit jährlichen Einnahmen von 3,4 Milliarden Euro aus der LKW-Maut,
denen lediglich Kosten von 500 Millionen Euro für den Betrieb des
Systems gegenüberstehen. Wie in Österreich wird die Maut für
LKW ab 12 t Maut für
LKW ab 12 t (ab 3,5
Tonnen - Anm.d.Red.), abgestuft nach Achszahl und Schadstoffausstoß, eingehobenund wird - ebenfalls wie in Österreich, jedoch für einen wesentlich
größeren Wirkungsbereich - zwischen 15 und 22 Cent
(13 bis 27,3 Cent Anm.d.Red.)
betragen.
In Österreich
werden sowohl die Höhe der Maut (durchschnittlich
15 bis 22 Cent)
als auch der eingeschränkte Bemautungsbereich von Fachleuten als völlig
wirkungslos eingestuft, um einen Lenkungseffekt zu erreichen, und die
Befürchtung geäußert, dass seitens der LKW-Lobby die Kosten des Road
Pricing noch dazu durch (das ohnedies schon jetzt übliche und gesetzlich
geduldete) Überladen der LKW annulliert werden.
Wie
eine wirkungsvolle Bemautung aussehen könnte, zeigt die Schweiz: Hier
wird jeder zurückgelegte Kilometer eines LKW auf öffentlichen
Verkehrswegen (und nicht nur auf Autobahnen) bemautet, und die daraus
lukrierten Einnahmen werden nicht nur zum Ausbau der Strassen, sondern auch
für den Bahnausbau eingesetzt. Die Höhe dieser sogenannten
"Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe" bemisst sich nach den
gefahrenen Kilometern, dem höchstzulässigen Gesamtgewicht sowie nach den
Schadstoffwerten des Fahrzeuges. Die Abgabe beträgt etwa für einen 34-Tonnen-LKW
je nach Schadstoffausstoß zwischen 33 und 46 Cent pro Kilometer.
(Alfred
Horn in der Fachzeitschrift „EISENBAHN Österreich“
Nr. 4/2003)
Anmerkung der Redaktion "Railway & Tram":
Ein gerechtes Mautsystem für den Straßen-Güterverkehr
kann nur Straßen-unabhängig sein. Es
muss flächendeckend alle Straßen
und Wege beinhalten. Nur auf Autobahnen und Schnellstraßen ein
Mautsystem einzuführen ist in jedem Fall falsch und ungerecht.
Denn dann werden manchen Fahrten eben über Bundes-, Landes- und
Gemeindestraßen geführt und neben der noch größeren unmittelbaren
Umweltbelastung in Wohn- und Erholungsgebieten, werden die höheren
Erhaltungskosten eben die Länder und Gemeinden belasten, ohne dass diese
Einnahmen aus dem Autobahn-Mautsystem erhalten.
Daher ist die einzig vernünftige Abrechnungsmethode
für ein gerechtes Mautsystem des Straßen-Güterverkehrs ein
Mautstellen-unabhängiges System, dass auf
allen Straßen und Wegen gilt. Dies ist auch das kostengünstigste in
Investition und Betrieb.
Das italienisch-österreichische System ist nur teuer
und bringt keine Kostenwahrheit. Es ist unserer Meinung nach ein
Alibi-System, welches weiter den Straßen-Güterverkehr bevorzugt und den
Schienenverkehr benachteiligt. Zum Schaden der Gemeinschaft und nur zum
Nutzen einzelner Frächter.
Es ist zu hoffen, dass die Europäische Union ein Mautstellen-unabhängiges
System für alle Straßen und Wege (wie in der Schweiz) zwingend für die
gesamte Gemeinschaft vorschreibt, um endlich Kostenwahrheit für den
Güterverkehr zu erreichen.
Der
österreichische Steuerzahler wäre aber leider wieder einmal der, der die
Rechnung für die jetzige Fehlentscheidung zahlen müsste. |
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Umfahrung
Österreichs wird ernst
All
jenen, die den Bau einer neuen leistungsfähigen Nord-Süd-Magistrate in
Österreich durch
ihre Blockade zum Bau des Semmering-Basistunnels bisher verhindert haben,
sollte endlich ein Licht aufgehen. Die Umfahrung Österreichs auf der Schiene nimmt konkrete
Formen an.
Am 16. Mai 2001 wurde
im Beisein
der Ministerpräsidenten von Ungarn (Orban)
und Slowenien (Drnovsek) die neue ungarisch-slowenische
Eisenbahnverbindung über den Grenzübergang
Hodos dem Betrieb übergeben.
Damit wurde die Lücke im
sogenannten Eisenbahnkorridor V Kiev-Triest geschlossen und eine neue,
unmittelbar an der österreichischen Ostgrenze vorbeiführende Nord - Süd-Verbindung
geschaffen. Die eingleisige
Strecke ist für eine Höchstgeschwindigkeit
von 160 km/h ausgelegt, wird aber derzeit nur mit 120 km/h befahren.
Eine Elektrifizierung ist in Aussicht genommen.
Seit dem Fahrplanwechsel werden zwei neue IC-Verbindungen Budapest
Laibach beziehungsweise Budapest - Venedig über diese Strecke geführt.
Die Grenzkontrolle erfolgt jeweils in der gemeinsamen Grenzstation
Hodos (Slowenien). Auf der
neuen Strecke fahren zwei Zugpaare
ab Szombathely über Körmend
und drei Zugpaare ab Zalaegerszeg grenzüberschreitend bis
Hodos. Weitere zwei Zugpaare
verkehren von Zalaegerszeg bis
Öriszentpeter. Der Verkehr auf dem ungarischen Teilstück bis Öriszentpeter
war schon im Dezember 2000 aufgenommen worden.
Der
Reiseverkehr stört die ÖBB sicher nicht,
anders allerdings der Güterverkehr!
Die Ungarischen Staatsbahnen (MAV) erwarten im ersten vollen Betriebsjahr zwei Millionen Tonnen Fracht und durch Werbung für den Transitverkehr aus Ost- und Nordeuropa zu den Adriahäfen eine Steigerung auf fünf Millionen Jahrestonnen.
Ungarn ist dabei vor allem am Verkehr zum slowenischen Adriahafen
Koper interessiert, über den insbesondere Getreide und Stahlprodukte und
in der Gegenrichtung Bauxit und
Soja transportiert werden sollen.
Von diesen fünf Millionen Jahrestonnen werden nicht alle Mengen
aus Transitverkehren stammen, die zuvor über Österreich gerollt sind, sicher aber eine größere Menge, deren Verlust die ÖBB schmerzen wird. Vor allem
jene Massensendungen, bei denen Preisdumping im Vordergrund steht und die
Transportqualität beziehungsweise der Zeitfaktor nur eine untergeordnete
Rolle spielen. Beim
Preisdumping der Oststaaten
werden die ÖBB solange nichts
mitzureden haben, solange die Transportkosten durch Österreich, etwa
durch den extrem teuren Semmering-Abschnitt, nicht wesentlich gesenkt werden können.
Und
in dieser Frage wurde das schaurige Politspektakel um den
Semmering-Basistunnel schon wieder um einen neuen Akt erweitert.
Am 12. Juni 2001 hat der niederösterreichische Landtag wieder
einmal einem naturschutzrechtlichen (?)
Bescheid zugestimmt, der
den Bau des Semmering-Basistunnels, wie
gehabt, ablehnt. Bedauerlich
ist nur, dass sich den bekannten
Tunnelverhinderern nunmehr auch die dem Projekt bisher immer
positiv gegenüber stehenden Sozialdemokraten aus unbekannten Gründen
angeschlossen haben. Der
Bauherr, die HL-AG, wird gegen
diesen Bescheid neuerlich beim
Obersten Gerichtshof Einspruch erheben, von dem sie bekanntlich schon
einmal Recht bekommen hat.
Als
Alternative zum Tunnel wurde von den hinsichtlich ihrer diesbezüglichen
fachlichen Qualifikation schon
weltweit belächelten niederösterreichischen Verkehrsexperten wieder
einmal der Ausbau der bestehenden Ghega-Bahn
zur "Hochleistungsbahn"
als "ökologisch bessere Lösung"
angeboten. Würde man ein
solches Vorhaben tatsächlich umsetzen, hätte dies statt zwei "Löchern"
in Gloggnitz und Mürzzuschlag das
Abtragen des halben Semmerings einschließlich
der Mehrzahl der Viadukte zur
Folge.
Diese
Planungen gehen jetzt aber offensichtlich auch schon einem Teil der
bisherigen Tunnelgegner zu weit und sie bemerken,
auf welch gefährlichem Terrain hier
politisch agiert wird.
Die Alliance of Nature, bisher vehement gegen den Tunnelbau, hat
nunmehr ebenso vehement gegen den Ausbau der bestehenden alten Semmeringstrecke protestiert.
Es scheint den dortigen Verantwortlichen nunmehr endlich zu dämmern,
dass sich die vorgeschlagene
Umgestaltung des Weltkulturerbes
Ghega-Bahn unter keinen Umständen
mit den Anforderungen des Denkmalschutzes
vereinbaren lässt. Es drängt
sich daher der Verdacht auf, dass dahinter eine neue Strategie steckt: Das
Tunnelvorhaben wird ex lege abgelehnt, der dafür angebotenen Alternative würde man ja gerne zustimmen, aber leider - die lässt bedauerlicherweise der Denkmalschutz und die UNESCO nicht zu! Damit
hätte man das Ziel erreicht -
es wird überhaupt keine neue Nord-Süd-Eisenbahn
gebaut.
(Alfred
Horn in der Fachzeitschrift „EISENBAHN Österreich“)

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VCÖ für Straßenbau-Stopp am
Semmering
„Bau des Straßentunnels zerstört Naturgebiet!"
Für
einen sofortigen Baustopp beim
Semmering-Straßentunnel spricht
sich der VCÖ (VerkehrsClub Österreich) aus.
Der Ausbau der Semmering-Schnellstraße zerstört ein schützenswertes
Naturgebiet, kritisiert der VCÖ. Die
Argumente, die zum Stopp des Bahntunnels führten, treffen auf den Straßentunnel
in noch größerem Ausmaß zu.
"Wenn Naturschutz wirklich ernst genommen wird,
dann kann es für den Semmering-Straßentunnel nur heißen: Kein Licht
am Ende des Tunnels durch sofortigen Stopp des Projektes", stellt
Dipl.-Ing. Wolfgang Rauh vom VCÖ- Forschungsinstitut fest.
Der VCÖ hat die Auswirkungen des Vollausbaus der S6 untersucht.
Das Ergebnis:
Für drei Tunnel müssen etwa 7,5 Millionen Kubikmeter Erde allein für
Einschnitte und Dämme ausgehoben werden.
Etwa 600.000 Kubikmeter Vegetation werden gerodet.
Seit Bestehen der Sondierungstunnel für diese Straße sind
bereits mehr als 600 Millionen Liter Trinkwasser ausgeleitet worden.
"Diese Naturzerstörungen durch den Straßenbau finden in
einem NATURA 2000-Gebiet statt, das eigentlich vor einer Zunahme der
Verkehrs- und Emissionsbelastung geschützt werden solle",
ist der VCÖ-Wissenschafter Rauh empört.
Laut Berechnungen würden
nach Fertigstellung der
Semmering-Straßentunnel täglich rund 25.000 Fahrzeuge über den
Semmering fahren.
Das sind fast doppelt so viele wie heute. "Das Erholungsgebiet
Semmering droht von Abgaswolken eingenebelt zu werden", warnt
Rauh.
Ebensowenig ist der Ausbau der Schnellstraße S6 ökonomisch
effizient: Der 16 km Abschnitt mit den drei geplanten Straßentunnel
verschlingt mindestens 4,4 Millionen Euro (ca. sechs Milliarden
Schilling).
"Ich hoffe, dass all jene, die aus ökologischen (?) Gründen gegen
den Semmering-Bahntunnel argumentiert haben, die Natur auch vor der
Zerstörung durch die Straßentunnel schützen", stellt
VCÖ-Experte Rauh abschließend fest.
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Verkehrspolitik und Verkehrsplanung
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Verkehrsplanung ist Verkehrspolitik. Um die
offizielle Verkehrspolitik beurteilen zu können, muss man die offiziellen Standpunkte und
Planungen kennen.
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Wir haben Ihnen nachfolgend einige interessante
Internet-Seiten (Links) ausgewählt, um Ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst Ihre
Meinung zu bilden.
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| Eisenbahnpolitik |
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Stadtverkehrsplanung Wien |
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Öffentliche Verkehrsplanung
in Niederösterreich |
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| Verkehrspolitik |
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| Verkehrsverbünde und Verkehrsbetriebe |
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| Hersteller für Schienenverkehrstechnik |
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| Wird laufend ergänzt ! |
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Kontaktinformation:
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| Railway & Tramway
Society
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E-Mail: info@railway-tram.org
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Informationen über die vollständigste Sammlung eines einzelnen
Straßenbahnbetriebes:

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Eisenbahn
& Tramway
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